Für eine Familie mit Vogtländer-Appetit schält man einen Napf, das sind 5 Liter, große, mehlige rohe Kartoffeln, reibt sie in eine Schüssel mit kaltem Wasser und lässt sie so 1 bis 2 Stunden stehen, indem man von Zeit zu Zeit das obere schaumige Wasser abschöpft und frisches zugießt. Dreiviertelstunde vor dem Gebrauche rührt man die Kartoffeln um, Geist sie durch einen festen groben Leinensack und drückt sie darin so fest aus, dass kein Wasser mehr abfließt. Dann nimmt man sie aus dem Sack, zerkrümelt den festen Klumpen und streut eine Hand voll Salz drauf. Nun werden die Kartoffeln mit Wasser gebrüht, doch nicht so, dass man das kochende Wasser einfach darauf Geist, nein, dabei muss man vorsichtig zu Werke gehen. Man schiebt also die Kartoffeln beiseite, hält die Schüssel etwas schräg, Geist einen Teil des Wassers auf einen freien Platz und verrührt mit dem Klosslöffel nach und nach etwas von den Kartoffeln mit dem Wasser, Geist neues kochendes Wasser zu, verrührt wieder und so fort, bis es ein ziemlich weicher Teig ist. Wie weich? Ja, das eben muss man „im Griff“ haben, das lernt sich erst durch Übung, wenn es einem nicht angeboren ist. Also, in den ziemlich weichen Teig gibt man einen sehr gehäuften Suppenteller gekochte, geriebene Kartoffeln, vermischt alles gut und fängt nun an zu formen. Dazu taucht man die Hände in kaltes Wasser, nimmt einen Klumpen Teig, macht eine Vertiefung hinein, füllt diese mit einigen fett gerösteten Semmelwürfeln aus, schlägt Teig darüber und rundet die Klöße ab. Direkt aus der Hand werden sie in kochendes Salzwasser geworfen; darin müssen sie 20 Minuten kochen, dann gleich auf den Tisch kommen und gegessen werden, denn durch das Stehen werden sie hart.